Von einem Sprach-Ufer zum anderen.

Unser Job: Wir räumen kommunikative Hindernisse aus dem Weg. Dazu analysieren wir erst einmal den schriftsprachlichen Ausgangstext im Hinblick auf die Frage: Wo könnten Stolpersteine für das Verständnis des gehörlosen Publikums liegen? Wo sind zusätzliche Erläuterungen notwendig, wo ist die Textstruktur anzupassen? Sind diese Fragen abgeklärt, erstellen wir eine Rohübersetzung mit einem tauben Gebärdensprach-Dolmetscher. Da vier Augen mehr hören als zwei, überprüft diesen Probefilm noch einmal ein hörender Gebärdensprach-Dolmetscher auf Vollständigkeit und inhaltliche Korrektheit.

Dieses aufwendige Verfahren des „4-Augen-Prinzips" entspricht, da es die muttersprachliche Kompetenzen beider Sprachen einbezieht, der Norm DIN EN ISO 17100, mit der in Europa die Qualität von Übersetzungsleistungen gesichert wird.

Im nächsten Schritt wird der Text für die Studioaufnahme mittels Teleprompter durch den tauben Gebärdensprach-Dolmetscher aufbereitet. Der hörende Gebärdensprach-Dolmetscher nimmt im Anschluss an die Aufnahme eine inhaltliche Nachkontrolle vor. Damit das Verfahren wirklich wasserdicht ist, kontrolliert ein gehörloser Muttersprachler, der den Ausgangstext nicht kennt, noch einmal unabhängig die Verständlichkeit.

Sind die letzten Verständnis-Hürden beseitigt, wird der Gebärdensprach-Film nach allen Regeln der Kunst aufbereitet. Dabei geht es fast wie in Hollywood zu: Der Film wird geschnitten, Special Effects wie Hintergrundbearbeitung werden hinzugefügt, Wort-Einblendungen zu Gebärden und die Encodierung nach Wunsch des Auftraggebers erfolgt. Abschließend steht noch eine technische Nachkontrolle auf dem Programm — dann erst wird das Werk zur Auslieferung an den Kunden freigegeben.

Man kann also sagen, dass es Fehlern relativ schwer gemacht wird, sich einzuschleichen!